Podiumsdiskussion: „Der arabische Frühling - Gefahr oder Chance für Europa" 27.10.2012

„Der arabische Frühling - Gefahr oder Chance für Europa", so lautete der Titel, der am Samstagabend stattgefundenen Diskussion, die mit hochkarätigen Diskutanten am Podium besetzt war. Beginnend mit den Reflexionen, des seit 1992 im Journalismus tätigen, Stellvertretenden-Chefredakteurs Wieland Schneider, in der Tageszeitung „Die Presse“, fand die Veranstaltung ihren Anstoß. Der besagte Journalist gab dabei einen Einblick auf sein Buch „Arabischer Frühling – Ende der Angst?“, in dem er seine Eindrücke und persönlichen Erlebnisse des Arabischen Frühlings widerspiegelte.

Dabei betonte Schneider den widerstandslosen und friedlichen Charakter der Tahrir-Bewegung.

Mit der Frauenreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Amina Baghajati, wurde die Rolle der arabischen Frau im Zuge der arabischen Revolutionen erörtert. An dieser Stelle wurde festgestellt, dass sie in den jeweiligen protagonistischen Staaten des Arabischen Frühlings Frauen eine wichtige Rolle einnehmen. In Ägypten bewiesen beispielsweise Frauen als Parolenführerinnen eine fundierte gesellschaftliche Stärke, wenn auch der Prozess einer kompletten Partizipation noch nicht abgeschlossen sei. Mit Universitätsprofessor Rüdiger Lohlker wurde der neue Blickwinkel Europas erläutert, der notwendig sei im zukünftigen Umgang mit den arabischen Staaten. Ein weiterer Aspekt, der für Europa interessant sein könnte, sei, dass durch den Arabischen Frühling, Revolution eine neue Bedeutung und ein neues Gesicht bekommen habe. Bei Ägypten handelte es sich um einen weitgehend friedfertigen Umsturz des Systems ohne jegliche Gewaltexzesse gegen den gestürzten Despoten, wie bei vorher ergangenen historischen Revolutionen. Universitätsdozent Moussa A. Diaw thematisierte wie auch Professor Rüdiger Lohlker die unterschiedlichen Reaktionen hegemonialer Staaten des NATO-Bündnisses. Während in Libyen auf eine militärische Intervention gedrängt und diese auch durchgeführt wurde, scheint das Interesse für Syrien als unverhältnismäßig. Die Podiumsdiskussion wurde gekonnt von Stefan Beig, Redakteur der „Wiener Zeitung“, als Moderator geführt. Durch von der Moderation vorgelesene Kolumnen österreichischer Medien, wurden passende Denkanstöße für die Diskussion geliefert. Die Ägyptisch-Österreichischen Jugend (ÄÖJ), Organisator der Veranstaltung, konnte den Erfolg anhand eines vollen Publikums und positiven Reaktionen der Anwesenden ablesen.


Video der gesamten Diskussion

Kommentar schreiben

Kommentare: 0